„Ich habe gleich zwei Familien“

Andrea ist dankbar für Unterstützung und Rückhalt.
In Balance
20. Dezember 2017
Andrea Limbacher ist eine der erfolgreichsten österreichischen Skicross-Fahrerinnen. Ohne den Rückhalt ihrer Familie und starken Partnern an ihrer Seite hätte sie es jedoch nicht so weit geschafft.

„Mit zwei Jahren bin ich bereits die ersten Schwünge auf Skiern gefahren“, sagt Andrea Limbacher. „Das gehört bei uns Österreichern einfach dazu!“ In ihrer Jugend probierte sie die verschiedenen Skidisziplinen aus. „Ski fahren ist ein wahnsinnig toller Sport“, erzählt sie. „Du kannst draußen in der Natur sein. Es ist ein super Feeling – egal ob du auf der Piste fährst oder im Tiefschnee.“

Skicross ist für mich die coolste Sportart, die es gibt.

Leidenschaft für das Skicross

Wirklich begeistern konnte sie dann aber erst das Skicross: „Skicross ist für mich die coolste Sportart, die es gibt“, sagt sie. „Nach dem ersten Ausprobieren war ich überzeugt, dass das meine Sportart ist und ich irgendwann damit erfolgreich sein will.“

Sie trainierte hart für den Erfolg: „Ich habe immer Vollgas gegeben und dafür gekämpft, ganz vorne dabei zu sein.“ Dieser Wille hat sich ausgezahlt: Inzwischen kann Andrea den Weltmeistertitel vorweisen und auf mehrere Olympia- und Weltcup-Teilnahmen zurückblicken. „Der Sieg bei der Weltmeisterschaft 2015 am Kreischberg war der Wahnsinn. Das kann mir keiner mehr nehmen.“

Dabei ist Andrea eigentlich eher zurückhaltend: „Ich stehe nicht so gerne im Rampenlicht, sondern halte mich lieber im Hintergrund. Vor allem während der WM war da schon sehr viel Druck auf meiner Person.“ Aber für das Skicross nimmt sie auch das in Kauf. „Der Skisport steht im Moment an erster Stelle für mich. Ich lebe den Sport“, sagt sie.

Du musst die Elemente beherrschen.

Ein komplexer Sport

Am Skicross gefällt Andrea vor allem, dass die Sportart so komplex ist. Für das Skicross sind alpine Skills notwendig, um mit den Besten mithalten zu können. Aber es gehört noch viel mehr dazu: „Du musst die Elemente beherrschen, du musst dich durchsetzen können, und vor allem die Taktik spielt eine ganz große Rolle“, erklärt sie. „Das ist es, was diesen Sport richtig cool macht. Jedes Rennen ist anders.“ Beim Skicross müssen die Athleten immer schauen, wie sie sich gegen die Konkurrenz durchsetzen können, um als Erste ins Ziel zu kommen. „Es muss eben alles zusammenpassen, um vorne mitfahren zu können“, sagt Andrea.

Du kannst nur 100 Prozent geben, wenn du topfit bist.

Umfassend trainieren

Um diese Leistung abrufen zu können, gehört ein intensives Training über das ganze Jahr dazu: „Du kannst nur 100 Prozent bei den Wettkämpfen geben, wenn du körperlich topfit bist“, betont sie. Trotzdem darf auch der Spaß nie zu kurz kommen, Andrea baut deshalb gerne ihre Hobbys ins Training ein. „Ich bin überzeugt: Wenn man etwas gerne macht, dann bringt es auch viel“, sagt sie. „Beispielsweise gehe ich extrem gerne skaten. Dabei begleitet mich auch oft meine Hündin, ein Australian Shepherd.“

Unterstützung für den Körper

Dass dem Körper ab und zu Unterstützung guttut, weiß Andrea nicht nur durch ihre körperlichen Schwachstellen nach verschiedenen Skiunfällen. „Ich tue meinem Körper gerne etwas Gutes. Zum Beispiel habe ich schon immer gerne Kompressionsstrümpfe auf längeren Reisen getragen“, erzählt sie. „Seitdem mein Knie aber immer mal wieder Probleme macht, nutze ich auch andere Hilfsmittel.  Vor allem, um meine Gelenke und Sehnen beim Training und auch bei den Wettkämpfen zu unterstützen.“

Meinem Knie ist es lange nicht mehr so gut gegangen wie jetzt.

Nach einer Knieoperation musste Andrea dann eine Knieorthese tragen, wirklich eingeschränkt hat das die Sportlerin allerdings nicht. „Trotz der Knieorthese hatte ich viel Bewegungsfreiheit, was für das Kreuzband sehr wichtig ist.“ Und auch beim Training und bei Wettkämpfen trägt sie inzwischen eine Kniebandage: „Die Kniebandage fängt kleine Vibrationen ab und unterstützt so mein Knie.“ Inzwischen spürt Andrea eine deutliche Verbesserung ihrer Knieprobleme: „Meinem Knie ist es schon lange nicht mehr so gut gegangen wie jetzt.“

Familie und Verband an ihrer Seite

Mindestens genauso wichtig wie die physische Unterstützung ist im Alltag von Profisportlerin Andrea aber auch mentaler Support. Und den bekommt sie vom Österreichischen Skiverband: „Trainer und Athleten des ÖSV haben mich bei meinem ersten Skicross gesehen und anschließend zu einem Training eingeladen“, erzählt sie. „Seitdem begleitet und unterstützt mich der ÖSV.“

Aber auch sonst steht der ÖSV Andrea in jeder Hinsicht zur Seite: „Der Verband nimmt mir extrem viel ab. Das ermöglicht mir, mich voll und ganz auf den Sport zu konzentrieren“, sagt sie. „Auch im Team sind wir sehr familiär. Dadurch kann ich mich besser motivieren, nach einer Verletzung zurückzukommen und mein Bestes zu geben.“

Aber auch Andreas richtige Familie steht immer an ihrer Seite: „Ohne die Unterstützung meiner Familie und meines Hundes wäre ich sicher nie so weit gekommen. Sie haben mir von Anfang an zur Seite gestanden, ich kann mich immer auf sie verlassen – dafür bin ich unglaublich dankbar.“