„Ich habe mein Knie wirklich zerstört“

Andrea Limbacher musste viele Rückschläge hinnehmen.
Inside Bauerfeind
22. Dezember 2017
Die Skicross-Weltmeisterin Andrea Limbacher hat bereits zahlreiche Verletzungen erlitten, die schlimmste davon wurde allerdings nicht durch einen Sturz im Skirennen verursacht.

Andrea Limbacher ist ein echter Familienmensch: Das gilt für ihre reale Familie genauso wie für ihre Verbandsfamilie. „Ich glaube, einen solchen Verband wie den Österreichischen Skiverband gibt es wirklich selten. Die Trainer, die Physiotherapeuten – alle nehmen mir so viel ab und unterstützen mich, wann immer ich Hilfe benötige“, erzählt die 28-Jährige.

Was wir machen, ist keine 08/15-Aktion.

Berg-und-Tal-Fahrt

Diese Art von Rückhalt ist für jeden Spitzensportler enorm wichtig. Andrea ist trotzdem ein besonderer Fall: Die Skicrosserin hat eine echte Berg-und-Tal-Fahrt hinter sich, auf sportliche Erfolge folgten immer wieder Verletzungen, die Andrea im Training weit zurückwarfen. „Was wir hier machen, ist natürlich keine 08/15-Aktion. Dass es gewisse Risiken beim Skicross-Fahren gibt, ist uns allen bewusst, darum trainieren wir auch viel und versuchen, Verletzungen bestmöglich vorzubeugen. Umso ärgerlicher ist es eben, wenn doch etwas passiert.“

„Meinen ersten Rückschlag durch eine Verletzung habe ich 2010 erlebt. Kurz vor der Olympiade ist mein Kreuzband im rechten Knie gerissen. Gefahren bin ich dann trotzdem, allerdings nicht wirklich erfolgreich“, erzählt Andrea. „Trotzdem war das für mich ein wichtiger Lernprozess. Damals habe ich eingesehen, dass ich meinem Körper Zeit geben muss zu heilen.“

Ich habe mein Knie wirklich zerstört.

Andreas Knie hatte sich nach diesem Sturz wieder vollkommen erholt. Umso härter traf sie die Diagnose drei Jahre später: „Das war sicherlich die schlimmste Verletzung, die ich bislang hatte. Da habe ich mein Knie wirklich zerstört.“

Dabei lag der Verletzung kein Skiunfall zugrunde, vielmehr war das Knie plötzlich weggeknickt. Durch diese sogenannte „Giving-way-Attacke“ können weitere Verletzungen entstehen. Das war auch bei Andrea der Fall: „Bei der OP stellten die Ärzte fest, dass das Kreuzband nicht mehr richtig intakt gewesen war. Dadurch war auch der Meniskus in Mitleidenschaft gezogen worden, und ich hatte zusätzlich eine gröbere Knorpelverletzung“, erinnert sich die Skicrosserin.

Schmerzhafte Heilung

Die Reha verlief dieses Mal wesentlich schmerzhafter und mühsamer. Die Schwere der Verletzung traf sie zusätzlich: „Damit hatte ich einfach nicht gerechnet. Ich dachte zuerst, es sei wieder ein einfacher Kreuzbandriss. Nach ein paar Monaten Pause wäre alles wieder beim Alten.“

Aber Andrea musste sich damit arrangieren, dass ihr rechtes Knie nicht mehr zu 100 Prozent den alten Zustand erreichen würde. Renntauglich ist es trotzdem wieder geworden: Andrea gewann 2015 Gold im Weltcup-Rennen am Kreischberg. „Ich habe mir sofort nach der Diagnose Ziele gesteckt und versucht, so schnell wie möglich wieder fit zu werden. Negative Gedanken hatten da einfach keinen Platz.“

Das linke Knie war immer mein Fels in der Brandung.

Erneuter Rückschlag

Nur zwei Jahre später musste Andrea eine weitere Verletzungserfahrung machen. Sie zog sich erneut einen Kreuzbandriss zu. Der große Schock: Es traf dieses Mal ihr linkes Knie. „Das war schon sehr krass. Das linke Knie war einfach immer mein Fels in der Brandung, darauf konnte ich mich noch verlassen. Damit habe ich einfach überhaupt nicht gerechnet, da ist für mich vieles eingestürzt.“

Dieses Mal handelte es sich um eine weniger schwere Verletzung als zuvor im rechten Knie. Andrea versuchte daher sogar, sich in der Reha um ihre alte Verletzung zu kümmern. „Gerade im Spitzensport ist es extrem wichtig, dass wir Athleten keine Zeit verlieren, damit wir so schnell wie möglich wieder in den Sport einsteigen können“, erklärt sie. „Momentan fühle ich mich gut und hoffe, meinen Rückstand schnell aufholen zu können.“

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