Für jedes Bein den passenden Kompressionsstrumpf

Große Auswahl dank neuer Technologien, Materialien und Farben
Indikationen
16. Mai 2019
Produktentwickler arbeiten bei Bauerfeind kontinuierlich daran, Kompressionsstrümpfe medizinisch wirkungsvoller zu machen. Aber auch optisch werden die Strümpfe von Produktdesignern und Stylisten weiterentwickelt.

Kompressionsstrümpfe der neuen Generation

Schlecht dehnbar, kratzig, in Hauttönen: So stellen sich viele immer noch Kompressionsstrümpfe vor. Doch diese Zeiten sind zum Glück vorbei: Denn bei Materialien, Farben und Technologie hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan. „Ich glaube, seit die ersten Kompressionsstrümpfe auf den Markt kamen, hat sich alles verändert“, fasst Gerti Stegmann zusammen. Als Leiterin textile Materialentwicklung und Fertigungstechnologie im Bauerfeind Innovationszentrum ist sie für die Weiterentwicklung der Kompressionsstrümpfe verantwortlich. Los geht es beim Material: Früher wurden die Strümpfe aus Naturkautschuk hergestellt, heute wird in der Regel ein Elasthan verwendet. „In der Anfangszeit kannte man das Wort Mikrofaser noch gar nicht. Das Material hat die Herstellung der Strümpfe revolutioniert“, sagt Stegmann. „Bei einer Mikrofaser wiegen 10.000 Meter ein Gramm – das muss man sich mal vorstellen.“ Die Kompressionsstrümpfe sind deshalb wesentlich angenehmer zu tragen, denn das Material ist viel dünner und elastischer. Genauso haben sich die Technologien in den letzten Jahren weiterentwickelt: „Heute stricken wir die Kompressionsstrümpfe mit viel mehr Nadeln. Das macht sie deutlich feiner“, erklärt Stegmann. „Ebenso lässt sich der Größenalgorithmus besser programmieren, sodass die Strümpfe wie angegossen passen.“

Der Kompressionsstrumpf ist viel stärker in das Auge des Betrachters gerückt.

Kompressionsstrümpfe als modisches Accessoire

Kompressionsstrümpfe sind heute nicht nur medizinisch wirksamer, passgenauer und angenehmer zu tragen. Auch bei der Optik der Strümpfe hat sich einiges verändert. „Kompressionsstrümpfe in verschiedenen Farben anzubieten war früher noch gar nicht möglich – und auch nicht gewollt“, sagt Stegmann. „Heute ist der Kompressionsstrumpf viel stärker in das Auge des Betrachters gerückt.“ Deshalb kümmern sich Produktdesigner und Stylisten wie Inga Kusche darum, dass die Kunden eine wesentlich größere Farbauswahl haben. „Kompressionsstrümpfe gibt es inzwischen in vielen modischen Farben. Dadurch sind sie nicht mehr nur ein medizinisches Produkt, sondern werden zu einem modischen Accessoire“, erläutert Kusche, die Bauerfeind bei der Auswahl der jährlichen Modefarben berät. „Die Trägerinnen haben dadurch die Möglichkeit, sich modisch auszuprobieren und sich wohler zu fühlen. Diese Wertschätzung finde ich super.“

Die Kompressionsstrümpfe und -strumpfhosen sind in sieben Standardfarben erhältlich. Jedes Jahr bringt Bauerfeind zudem zwei Modefarben auf den Markt. „Die Standardfarben sind zeitlose Farben wie Schwarz oder Navy. Die stehen vielen Menschen und fallen nicht so stark ins Auge“, erklärt Kusche. „Die Modefarben hingegen bilden aktuelle Modetrends ab und ermöglichen den Trägerinnen von Kompressionsstrümpfen, sich individueller zu kleiden und auch mal farbige Akzente zu setzen.“

Beeinflusst von aktuellen Modetrends

Für die Auswahl der Modefarben schaut sich Kusche aktuelle Modetrends an. „Trends sind eine wechselseitige Wirkung: Designer lassen sich von Street Looks inspirieren, die Leute auf der Straße greifen die Outfits aus den Kollektionen der Designer auf“, erklärt sie. „Auch politische und gesellschaftliche Strömungen sowie Einflüsse aus Kunst und Musik spielen bei der Entstehung eines Trends eine Rolle.“ Dazu recherchiert Kusche viel, sammelt Bilder und erstellt daraus Moodboards.

Bei der Entscheidung für die aktuellen Modefarben wird jedoch genauso darauf geachtet, dass sich die Farben gut kombinieren lassen, sie zu jeder Jahreszeit passen und sie den Trägerinnen schmeicheln. „Viele Farben eignen sich gut. Aufpassen sollte man bei Farben, die nah am Hautton sind, wie Pastellfarben oder Orange. Das wirkt dann, als hätte man Sonnenbrand“, erklärt Kusche.

Ein komplexer Entwicklungsprozess

Neben der Farbauswahl hat sich auch die Anzahl verschiedener Kompressionsstrumpfmodelle erhöht. „Bauerfeind bietet eine komplette Versorgungssystematik. Das heißt, Kunden bekommen den richtigen Strumpf für ihre Bedürfnisse und haben dann sogar noch eine Auswahl“, erklärt Stegmann. Das deckt zum einen den Standardbereich der verschiedenen Kompressionsklassen ab, zum anderen gibt es Spezialversorgungen wie den VenoTrain cocoon, den VenoTrain angioflow oder den VenoTrain impuls, die auf besondere Bedürfnisse der Trägerinnen eingehen. „Unser Größensystem ist ebenfalls sehr gut abgestimmt. Zusätzlich werden die Maße digital erfasst. Damit finden wir erstens heraus, ob ein Kompressionsstrumpf maßgefertigt werden muss, und zweitens können wir den Strumpf dann auch genauso produzieren, damit er perfekt passt.“

Trotz dieser großen Fortschritte tüfteln Gerti Stegmann und ihr Team ständig daran, die bestehenden Produkte zu verbessern und neue Modelle zu entwickeln. „Eines der Hauptthemen bei uns ist die Funktionalisierung der Materialien“, sagt Stegmann. „Wir testen, ob man Wirkstoffe in Materialien integrieren und wie durch die Kombination bekannter Materialien ein neues Produkt entstehen kann.“ Beim VenoTrain cocoon gelang es etwa Stegmanns Team, einen Pflegestoff in den Faden zu integrieren, sodass der Kompressionsstrumpf gleichzeitig die Haut pflegt.

Eine Produktentwicklung kann mehrere Jahre dauern.

Vor der Marktreife eines solchen Produkts steht allerdings immer ein langer Entwicklungsprozess. Am Anfang gibt es oft nur eine vage Idee von einem neuen Produkt. „Wir schauen dann erst mal, wie der Markt dafür aussieht und welche Eigenschaften das Produkt mit sich bringen muss“, erläutert Stegmann. Im Anschluss überlegen die Produktentwickler, welches Material zum Einsatz kommen und mit welcher Maschine das Produkt hergestellt werden könnte. Manchmal ist ein passendes Material bereits vorhanden, in anderen Fällen muss es erst entwickelt werden. „Das erklärt, wieso die Produktentwicklung manchmal mehrere Jahre dauert“, sagt Stegmann. In einem Konzept beschreibt das Team das Ziel, die voraussichtliche Projektdauer sowie Kosten und mit welchen Partnern – etwa Instituten oder Hochschulen – vielleicht zusammengearbeitet werden kann.

Ein Team aus Spezialisten

„Wenn unser Vorstand zustimmt, das Projekt umzusetzen, stellen wir ein Projektteam zusammen.“ In einem solchen Team sind viele verschiedene Kompetenzen vertreten: Neben Projektleitern aus den verschiedenen Bereichen kommen Materialentwickler, Strickentwickler, Konfektionstechnologen, Farbspezialisten und weitere Experten zusammen. Sukzessive stellt das Team dann nacheinander qualifizierte Muster der Strümpfe her – das A-, das B- und das C-Muster. Das C-Muster ist schon fast serienreif. Nach jeder Musterungsphase werden Tragetests und manchmal auch medizinische Untersuchungen durchgeführt. „Wir machen ein Medizinprodukt, das darf man nicht vergessen“, sagt Stegmann. „Wenn wir einen Kompressionsstrumpf herstellen, muss er verschiedene Normen erfüllen.“ So sind zum Beispiel Materialstärken und Kompressionsverläufe vorgegeben.

Auch die Produktionsabteilung steigt schon relativ früh in den Prozess ein. Die Mitarbeiter müssen planen, in welcher Abteilung und an welchem Band das Produkt später hergestellt werden soll. „Das ist der Vorteil daran, dass der gesamte Prozess in Deutschland abläuft. Wir können Hand in Hand mit der Produktion arbeiten.“ Schließlich wird das Produkt mit sämtlichen Aufzeichnungen übergeben. Es wird eine sogenannte Nullserie über das gesamte Größenspektrum hinweg produziert. Daran lassen sich eventuelle Schwierigkeiten erkennen. Sobald diese behoben sind, wird die Einführungsmenge gefertigt, die dann in den Sanitätshäusern erhältlich ist.

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