Dein Rücken verdient mehr Achtsamkeit

Stress ist oft die Ursache von Schmerzen.
Bewusst sein
16. Juli 2019
Genauso wie Bewegungsmangel oder Fehlstellungen kann auch Stress Ursache für Rückenschmerzen sein. Achtsamkeitsexpertin Simone Langendörfer erklärt, warum eine Änderung der Lebensweise helfen kann.

Zu hohe Erwartungen

Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen, Hautausschläge, Burn-out: Viele Gründe führen Betroffene zu Simone Langendörfer. Doch sie alle eint, dass Stress der Grund für ihre Leiden ist. „Die Menschen funktionieren nur noch, sie sind ständig dabei, ihre To-do-Listen abzuhaken“, sagt Langendörfer, die seit 2005 als Rednerin, Dozentin und Coach zum Thema Achtsamkeit unterwegs ist und bereits einige Bücher dazu veröffentlicht hat. „Wir stellen uns permanent die Fragen: Bin ich gut genug? Kann ich die Erwartungen erfüllen? Dieser Erwartungsdruck macht auf Dauer krank“, erläutert sie. „Oft ernähren sich die Menschen zudem ungesund, bewegen sich zu wenig, sitzen nur am Bildschirm.“

Viele Klienten von Simone Langendörfer waren lange krankgeschrieben, nehmen Medikamente und haben einen regelrechten Ärztemarathon hinter sich. „Sie schildern dann oft körperliche Symptome“, berichtet Langendörfer. „Doch über ihre Erzählungen finde ich heraus, dass es meist psychisches Leid ist, aus dem die körperlichen Beschwerden entstehen.“ Dafür lässt sie sich den Alltag der Betroffenen schildern und versucht herauszufinden, wo die Menschen mit sich selbst im Konflikt stehen. „Wenn jemand das Gefühl hat, keine Fehler machen zu dürfen, dann ist der Druck auf sich selbst riesengroß. Von da aus ist es nur noch ein kleiner Schritt zu körperlichen Erkrankungen.“

Wenn der Druck zu groß wird, schmerzt der Rücken

So sind auch Rückenschmerzen oft Folge von zu viel Druck. Doch wo sollten die Betroffenen ansetzen? „Jeder Mensch hat eine Sache, um die sich das eigene Denken ständig dreht“, erklärt die Achtsamkeitsexpertin. Den einen beschäftigen wirtschaftliche Schwierigkeiten, beim anderen sorgt zu hoher Erwartungsdruck auf der Arbeit für Stress, der Nächste ist mit seiner Rolle als Vater oder Mutter überfordert. „Wenn man sich diese Gedankenschleifen bewusst macht, ist der erste Schritt meist schon getan.“

Wir werden schon in der Schule darauf konditioniert, immer unser Bestes geben zu müssen.

Sich selbst mehr wahrnehmen

Doch die eigenen Einstellungen zu ändern scheint erst mal nicht leicht. „Wir werden schon in der Schule darauf konditioniert, immer unser Bestes geben zu müssen. Der Stress und die damit einhergehenden Beschwerden fangen inzwischen schon im Kindes- und Jugendalter an“, erläutert Langendörfer. Sie nennt dies Prägungen, und die müssen erst mal auf den Prüfstand gestellt und durch neue Glaubenssätze ersetzt werden. Dafür empfiehlt sie mehrere Dinge, vor allem sich mehr Zeit für sich selbst zu nehmen und zur Ruhe zu kommen. Statt fernzusehen raus in die Natur gehen und sich selbst bewusst wahrnehmen. „Aber bitte nicht mit Kopfhörern in den Ohren joggen gehen“, fügt die Achtsamkeitsexpertin augenzwinkernd hinzu. Ein weiterer Tipp zu mehr Achtsamkeit von ihr: „Denken Sie einfach mal darüber nach, wofür Sie dankbar sind, und schlafen Sie mit diesem Gedanken ein.“

Gesund und glücklich sein

Aber wieso hilft eine achtsame Lebensweise? „Mehr Lebensfreude, mehr Energie, mehr mentale Kraft“, sagt Langendörfer. Wer achtsam lebt, erkennt, dass nicht Geld, die Karriere oder der Partner glücklich macht, sondern allein man selbst. Mit dieser Einstellung lässt es sich gelassener leben, der geistige Druck auf den Körper, der zu Verspannungen führen kann, nimmt dadurch ab. Damit können auch die durch Stress verursachten Rückenschmerzen abnehmen.

„Oft ist es aber auch eine Kombination aus Stress und einer tatsächlichen Erkrankung“, ergänzt die Achtsamkeitsexpertin. „Das sollte bei der Behandlung nicht außer Acht gelassen werden. Ich ersetze keinen Arzt oder Physiotherapeuten. In der Behandlung sollten wir mehrgleisig fahren: Achtsamkeit und eine medizinische Behandlung gehen da Hand in Hand.“

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