Yoga auf dem Wasser

SUP Yoga stärkt die Tiefenmuskulatur und entspannt gleichzeitig.
Sich fit halten
11. Juli 2019
Eine Sportart wie gemacht für den Sommer: Stand-up-Paddle Yoga. Die Übungen auf dem schaukelnden Wasser trainieren Körperspannung und Gleichgewichtssinn. Spaß und Entspannung gibt es obendrein.

Yoga auf einem Board, das durch Wellen, Wind und Boote ins Schaukeln gerät: SUP Yoga verlagert die Übungen, die man normalerweise auf einer Matte an Land durchführt, aufs Wasser. „Für viele Kursteilnehmer kostet es einiges an Überwindung, aufs Board zu steigen, selbst wenn sie jahrelange Yoga-Erfahrung haben“, berichtet Lisa Kauff. Sie arbeitet als Yogalehrerin und bietet neben klassischen Kursen in ihrem Studio Monkey Yoga auch SUP Yoga im Mainzer Zollhafen an. „Aber das Erlebnis auf dem Board macht alles wett“, schwärmt sie. „Yoga auf dem SUP Board ist viel intensiver, aber prinzipiell sind alle Yoga-Übungen machbar.“

Training für die Tiefenmuskulatur

SUP Yoga erfordert im Vergleich zum klassischen Yoga besonders viel Körperspannung, vor allem die Tiefenmuskulatur wird gefordert. Dabei handelt es sich um kleine Muskeln, die entlang der Wirbelsäule sitzen. Sie stabilisieren die Wirbelkörper, geben unserem Körper Haltung und beugen so etwa Rückenschmerzen vor. Das Besondere an der Tiefenmuskulatur: Wir können sie nicht bewusst anspannen. Deshalb sind Bewegungen auf instabilen Unterlagen wie beim SUP Yoga ideal, um die winzigen Muskeln zu trainieren. Eine gut trainierte Tiefenmuskulatur spannt sich bei jeder Alltagsbewegung an, stützt und schützt somit unsere Gelenke und bremst deren Verschleiß.

Das Board zwingt dich dazu, an nichts anderes zu denken.

Um SUP Yoga auszuprobieren, braucht man weder Erfahrung im Yoga noch im Stand-up-Paddling. Kauff passt die Übungen an den Kenntnisstand der Teilnehmer an: „Auch wenn man noch gar keine Yoga-Erfahrung hat und nicht weiß, wie der herabschauende Hund aussieht, kann man bei uns mitmachen“, sagt sie. Bei den Anfängerkursen schickt sie die Teilnehmer zunächst für eine halbe Stunde mit dem Board aufs Wasser, bevor der eigentliche Kurs beginnt. Denn es sei wichtig, sich mit dem SUP Board vertraut zu machen und ein Gefühl dafür zu bekommen. Wenn es dann richtig losgehe, vergesse man jedoch ziemlich schnell, dass man sich auf dem Wasser befinde. „Yoga auf der Matte hat schon das Ziel, dass man sich nur auf sich selbst konzentriert. Das funktioniert aber nicht immer“, sagt Kauff. „Das Board zwingt einen dazu, an nichts anderes zu denken – sonst fällt man ins Wasser.“ Doch Angst davor braucht man nicht zu haben. Die Boards sind durch einen Anker befestigt. „Es passiert äußerst selten, dass ein Kursteilnehmer ins Wasser fällt. Und selbst wenn, ist das nicht dramatisch.“

Perfekt für den Sommer

Kauff schätzt am SUP Yoga nicht nur, dass man sich so gut fokussieren kann, auch die Verbindung mit der Natur sei stärker. „Auf dem Wasser erlebe ich den Wechsel der Jahreszeiten viel intensiver“, berichtet sie. „Das Schöne ist, dass man die gesamten Frühlings- und Sommermonate aufs Board steigen kann. Als ich im April das erste Mal in diesem Jahr auf dem Wasser war, hatte ich echt noch Angst reinzufallen, weil es so kalt war.“ Im Hochsommer sind Wasser und Wind hingegen eine willkommene Abkühlung. Aber auch von schlechterem Wetter lässt sich Kauff nicht abhalten, ihren Sport auszuüben: „Selbst an einem Regentag gehen wir aufs Wasser – das hat auch seinen Reiz.“

Vor allem in der Gruppe mache SUP Yoga viel Spaß. Die Boards sind miteinander verbunden, die Teilnehmer schauen sich während des Kurses an. „Beim SUP Yoga nimmt man viel Rücksicht, denn wenn sich einer bewegt, spüren das alle anderen“, erläutert Kauff. „Deshalb ist es wichtig, sich auch zwischen den Übungen langsam zu bewegen. SUP Yoga entschleunigt demnach besonders gut.“ Entschleunigend empfinden Kauff und ihre Kursteilnehmer vor allem auch die letzten Minuten des Kurses, wenn sie mit dem Rücken auf den Boards liegen und das Schaukeln des Wassers spüren: „Dabei kann man unglaublich gut loslassen.“